Abschlussgottesdienst der Allianzgebetswoche 2026 in Ennepetal-Voerde – eine Predigt des Generalsekretärs des CVJM Deutschland Hansjörg Kopp über Glaubwürdigkeit, Einheit und die Frage, welche Botschaft Christinnen und Christen heute in diese Welt tragen.

Zum Abschluss der Allianzgebetswoche 2026 kamen am 18. Januar zahlreiche Christinnen und Christen aus der Region zum gemeinsamen Gottesdienst in Ennepetal-Voerde zusammen. Besonders eingeladen waren auch die CVJM der Region, die diesen Gottesdienst als geistlichen Höhepunkt und verbindendes Zeichen der Gemeinschaft erlebten. In seiner Predigt stellte Hansjörg Kopp die zentrale Frage: Was ist eigentlich unsere Botschaft für die Welt – und wie wird sie wahrgenommen?

Man kann nicht nicht kommunizieren
Gleich zu Beginn machte Kopp deutlich, dass Kommunikation weit mehr ist als das gesprochene Wort. Haltungen, Gesten und der Umgang miteinander senden ständig Botschaften aus. Schon kleine Alltagssituationen – ein freundlicher Blick, ein offenes Willkommen oder auch Distanz – prägen, wie Menschen Kirche und christlichen Glauben erleben.

Glaubwürdigkeit durch gelebten Glauben
Die Predigt machte klar: Christliche Botschaft wird vor allem durch das Handeln glaubwürdig. Wo Anspruch und Wirklichkeit auseinanderfallen, entsteht Irritation. Gastfreundschaft, Aufmerksamkeit und ein respektvolles Miteinander gehören daher untrennbar zur Verkündigung des Evangeliums.

Einheit als sichtbares Zeichen
Besonderes Gewicht legte Kopp auf das Thema Einheit. Gerade in einer Zeit, in der gesellschaftliche Debatten zunehmend polarisieren, sei es umso wichtiger, dass Christinnen und Christen trotz unterschiedlicher Prägungen beieinanderbleiben. Die Geschichte des CVJM zeige, dass Einheit nicht bedeutet, in allen Fragen einer Meinung zu sein, sondern sich immer wieder bewusst auf das gemeinsame Ziel auszurichten.

Mitten im Leben, mitten in der Welt
Christlicher Glaube, so Kopp, finde nicht in einem geschützten Raum statt, sondern mitten im Alltag. In Familien, am Arbeitsplatz, in Nachbarschaften und Vereinen sind Christinnen und Christen Teil der Gesellschaft – und genau dort wirksam.

Psalm 71 als Leitmotiv
Im Blick auf Psalm 71 erinnerte die Predigt daran, dass Glauben eine lebenslange Perspektive hat. Der Psalmist entscheidet sich bewusst dafür, von Gottes Gerechtigkeit zu reden und sein Leben aus der Kraft Gottes zu gestalten. Diese Haltung könne auch heute Orientierung geben.

Gemeinschaft, Austausch und Blick nach vorn
Nach dem Gottesdienst endete der Vormittag nicht mit dem letzten Lied. Beim gemeinsamen Mittagessen sowie bei Kaffee und Kuchen blieb ausreichend Zeit für Begegnung und Gespräch. Viele nutzten die Gelegenheit, um sich persönlich auszutauschen, alte Kontakte zu vertiefen und neue Verbindungen zu knüpfen.

In zahlreichen Gesprächen ging es auch um die Zukunft der CVJM-Arbeit – vor Ort, in der Region; deutschland- und weltweit. Offen und engagiert wurde darüber diskutiert, wie sich Strukturen, Angebote und Arbeitsweisen verändern müssen, um auf den Wandel von Kirche, Ehrenamt und Vereinsleben zu reagieren. Dabei wurde deutlich: Die Herausforderungen sind groß, doch ebenso groß ist die Bereitschaft, neue Wege zu gehen. Der Ausklang des Tages machte spürbar, was die Predigt zuvor betont hatte: Christliche Gemeinschaft lebt von Begegnung, gegenseitigem Zuhören und dem gemeinsamen Ringen um Orientierung. Gerade im Miteinander, im Teilen von Erfahrungen und im offenen Gespräch zeigt sich eine Botschaft, die trägt – für die Gegenwart und für die Zukunft der CVJM-Arbeit.

Hansjörg Kopp (*1972, Heidenheim/ Brenz), wurde am 22. Oktober 2016 durch die Mitgliederversammlung des CVJM Deutschland zum Generalsekretär berufen und hat am 15. März 2017 das Amt angetreten. Im Oktober 2024 hat die Mitgliederversammlung dies mit großer Mehrheit für eine weitere Amtszeit (8 Jahre) bestätigt. Hansjörg Kopp ist verheiratet, hat drei Kinder und lebt in Kassel.

Botschaft & Einheit im Glauben

Schreibe einen Kommentar